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Zwischen Südafrika und Europa

 

Bewegung, Aufbruch und das Ausbrechen aus festen Formen

In experimentellen Ausdrucksformen manifestiert sich im Werk der Malerin Elsa Hagelskamp Bewegung, Aufbruch und das Ausbrechen aus festen oder erstarrten Formen.

Die Form- und Farbsprache der in Südafrika geborenen Malerin Elsa Hagelskamp bezeugt ihre Interkulturalität. Ihre Bilder werden nicht nur durch Analogien zur afrikanischen, traditionellen Kunst beeinflusst, sondern speisen sich auch durch europäische Einflüsse und den Errungenschaften der abstrakten Malerei des 20. Jahrhundert.

Geometrische Grund- und Elementarformen bilden ein eigenes Formenvokabular mit Doppelcharakter. Die Formen nehmen ihren Ausgang in Landschaftsstrukturen oder organischen Elementen, die auf das wesentliche reduziert sind. Vorbild können Landschaften, Holzbuhnen an einem Strand in den Niederlanden oder traditionelle, afrikanische Stoffmuster oder afrikanische Wandmalereien sein. Licht und Schatten spielen eine wichtige Rolle.

Die Gegenstände sind soweit entstofflicht, dass sie als Chiffren einer unverwechselbaren Bildsprache fungieren und so angeordnet werden, dass sie ein inneres, zwischen Ruhe und Vibration austariertes Gleichgewicht, erreichen.

Dr. Cornelia Schertler, Kunsthistorikerin

 

Farben aus der Erinnerung an das andere Land

 

Die Bilder von Elsa Hagelskamp entstehen in einem mehrschichtigen Arbeitsprozess, dabei ist die Farbe als formbildende Kraft zu sehen.

Im malerischen Erforschen der Fläche entstehen meist großformatigen Arbeiten mit Strukturen, die das besondere Interesse der Künstlerin fordern. Die Farben – Elsa Hagelskamp bevorzugt Erdfarben wie Braun- Rot- und Ockertöne, hinzu kommen Weiß, Schwarz, Blau, Grau und wenig Grün, werden klassisch mit Pinsel und Spachtel aufgetragen.

Neben der malerischen Struktur entstehen durch Ritzen und Kratzen zusätzlich raue körnige strukturen, die den sparsam eingesetzten Motivformen Kontur und Räumlichkeit verleihen.

Die Reduktion auf wenige Formen und die optische Dreidimensionalität eröffnen eine vielseitige Interpretation der Malerei von Elsa Hagelskamp. Die großformatigen Arbeiten, aber auch die Kleinformate in Reihung, zeigen Motive und Farben wie aus einer der Erinnerung gespeister Landschaftsmalerei.

Ihre mythische Verortung in der Landschaft Südafrikas ist dem Lebensweg der Künstlerin geschuldet.

In Südafrika geboren, aufgewachsen und ausgebildet, siedelt Elsa Hagelskamp im Jahr 2000 nach Deutschland. Ihre journalistische Neugier und Lust fremde Länder kennenzulernen, führen zu mehreren Aufenthalten in Europa und Amerika.

Natürlich sind diese Erfahrungen in einer ganz anderen Gesellschafft als dem Erlebten in Südafrika als Einflüsse in den Bildern von Elsa Hagelskamp spürbar. Und dennoch hat man das Gefühl Motivik und Farben gehen durch ihren Filter der Erinnerung, geprägt von der Sehnsucht nach Südafrika.

Mit den bildnerischen Mitteln Farbe, Fläche, Form und Linie versteht es die Künstlerin neue Landschaften entstehen zu lassen, die ohne Zusammenhang mit topographisch bekannten Ausschnitten von Orten zu sehen sind. Durch die Wahl der Motive und Farben sind sie aber deutlich von ihrer emotionalen Erinnerung und Erfahrung geprägt.

Elsa Hagelskamp ist immer aufnahmebereit. Medien wie Film, Fernsehen, Presse, Internet sind für sie Input, Inspiration. Dies zu visualisieren mit eigener Bildsprache ist die Stärke von Elsa Hagelskamp.

Es entstehen lebendige Bildgefüge ausbalanciert in Form, Farbe, Rhythmus und Fläche, die den Betrachter am Prozess des Malens teilhaben lässt. Doch jedes Bild fordert auch die Bereitschaft zur Reflexion und die Bereitschaft Gesehenes auf emotional eigene Erfahrung zu transformieren.

Das im Bild gespeicherte Assoziationspotential ermöglicht es dem Betrachter sich der jeweiligen Arbeit ganz individuell zu nähern auch ohne Kenntnis der persönlichen Erfahrung der Künstlerin, die diese mit der jeweiligen Arbeit verbindet.

Karin Gelse-Voigt, Kunsthistorikerin, 2010

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